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	<title>Notes from the Past</title>
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	<description>... forgetting the future.</description>
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		<title>Sendepause</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 21:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich lebe noch!
Aber wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, ist hier momentan tote Hose. Das ist schade, weil ich ja gerade erst angefangen habe. Aber irgendwie will mich die Motivation nicht so recht packen. Sommerloch, oder so.
Jedenfalls kann ich noch nicht sagen, wie lange die Pause anhalten wird &#8211; eine Woche, einen Monat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lebe noch!<br />
Aber wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, ist hier momentan tote Hose. Das ist schade, weil ich ja gerade erst angefangen habe. Aber irgendwie will mich die Motivation nicht so recht packen. Sommerloch, oder so.<br />
Jedenfalls kann ich noch nicht sagen, wie lange die Pause anhalten wird &#8211; eine Woche, einen Monat, ein Jahr? Naja, so lange bestimmt nicht, aber es könnte noch ein wenig dauern. Ich hoffe, man bleibt mir trotzdem treu.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dialog</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 12:59:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, hallo
wie geht es dir
och, ganz gut, danke
wir haben schon so lange
nichts mehr voneinander gehört
was machst du denn so
aha, interessant
ja, finde ich auch
ich? ich mach so
dies und das
nichts besonderes
ab und zu verkaufe ich am flohmarkt
wieso
stört dich das
ach so
du hast so komisch geklungen
nein, war nur so ein gefühl
willst du mal vorbei schauen
es ist wirklich lustig dort
was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, hallo<br />
wie geht es dir<br />
och, ganz gut, danke<br />
wir haben schon so lange<br />
nichts mehr voneinander gehört<br />
was machst du denn so<br />
aha, interessant<br />
ja, finde ich auch<br />
ich? ich mach so<br />
dies und das<br />
nichts besonderes<br />
ab und zu verkaufe ich am flohmarkt<br />
wieso<br />
stört dich das<br />
ach so<br />
du hast so komisch geklungen<br />
nein, war nur so ein gefühl<br />
willst du mal vorbei schauen<br />
es ist wirklich lustig dort<br />
was meinst du damit<br />
also, hör mal<br />
das ist aber nicht nett<br />
warum so unfreundlich<br />
na ja, wie du willst<br />
wollen wir uns trotzdem mal<br />
treffen<br />
ach so, keine zeit<br />
so viel stress<br />
na ja, kann ich verstehen<br />
ist bei mir nicht anders<br />
natürlich muss man da arbeiten<br />
sag doch nicht so was<br />
weißt du was, ich hab echt keine lust<br />
weiter darüber zu reden<br />
wenn du mich nicht sehen willst, okay<br />
ich find&#8217;s schade<br />
ich weiß, dass du&#8217;s nicht so gemeint hast<br />
egal<br />
ich leg jetzt auf<br />
bis irgendwann, vielleicht<br />
tschüss</p>
<p>&#8212;-</p>
<p>hallo<br />
ich bin&#8217;s noch mal<br />
tut mir leid, vielleicht hab ich<br />
überreagiert<br />
wir können uns ja wirklich<br />
auch so mal treffen<br />
in einem restaurant, vielleicht<br />
wenn du zeit hast<br />
sag einfach bescheid<br />
liebe grüße</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Journalismus, Tag 1</title>
		<link>http://notes.theflowersaregone.at/2009/07/journalismus-tag-1/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 14:13:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kurier]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie manche vielleicht wissen, absolviere ich im Juli ein Volontariat beim Kurier. Nach der gestrigen Einschulung ging es heute wirklich los und ich konnte bereits einige Eindrücke sammeln.
Der erste beruft sich auf die Stimmung innerhalb der Redaktion. Von Filmen beeinflusst stellt man sich eine solche ja immer ziemlich hektisch vor: Journalisten rennen wahlweise mit Eilmeldungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie manche vielleicht wissen, absolviere ich im Juli ein Volontariat beim <em>Kurier</em>. Nach der gestrigen Einschulung ging es heute wirklich los und ich konnte bereits einige Eindrücke sammeln.</p>
<p>Der erste beruft sich auf die Stimmung innerhalb der Redaktion. Von Filmen beeinflusst stellt man sich eine solche ja immer ziemlich hektisch vor: Journalisten rennen wahlweise mit Eilmeldungen in der Hand durch die Gänge oder sind heftigst am Telefonieren bzw. Tastaturklopfen, der Chefredakteur will endlich Ergebnisse sehen und die nächste Presseaussendung wirft das ganze Konzept wieder aus dem Rahmen. Dass dieses Bild nicht ganz der Wahrheit entspricht, dürfte &#8211; von wirklich großen Zeitungen abgesehen &#8211; jedem klar sein. Im Innenpolitik-Ressort, wo ich stationiert bin, geht es im Vergleich dazu aber zu wie im Altenheim.<br />
Das liegt zum einen daran, dass Urlaubszeit und die Zahl der Belegschaft dementsprechend niedrig ist. Zum anderen lassen sich die verbliebenen Mitarbeiter etwaigen Stress aber auch kaum anmerken. Beispielsweise wartete ein Kollege zwar sehnsüchtig auf die Rückmeldung einer Meinungsforscherin, um einen Artikel fertig stellen zu können, aber die wahrscheinlich im Laufe der Zeit erworbene Gelassenheit überschattete das sehr gut. Davon abgesehen ist der Output des Ressorts mit gerade einmal einer Doppelseite auch nicht derart groß, weswegen eher das Motto &#8220;Planung statt Kurzfristigkeit&#8221; vorherrscht.</p>
<p>Gelernt habe ich zweitens, dass der größte Feind eines Nachrichtenschreibers tatsächlich die Zeilenbegrenzung ist. Einen bereits gut ausformulierten Text nach der Platzzuweisung im Layout um mindestens die Hälfte kürzen zu müssen, nur um dann draufzukommen, dass da ja auch noch eine drei Zeilen verschlingene Überschrift dran muss, ist eine Herausforderung für sich. Endgültig demotiviert wird man dann, wenn der Ressortleiter den Korrekturstift ansetzt und von der eigentlichen Meldung gerade mal ein Satz so bleibt, wie man sich ihn vorgestellt hat. Das klingt jetzt drastischer als es ist, denn natürlich muss ein Journalist mit langjähriger Erfahrung, der noch dazu für die Endresultate verantwortlicht ist, bei einem absoluten Neuling einiges herumdoktern. Wirklich schade ist es allerdings, wenn die Ergebnisse dann in letzter Minute doch zugunsten einer Analyse ganz aus dem Blatt verschwinden&#8230;</p>
<p>Sei&#8217;s drum. Das Klima hier ist jedenfalls angenehm, die Mitarbeiter sympathisch, nur die Redaktionssitzungen erscheinen mir noch ein Stück zu kryptisch. Davon abgesehen bleibt aufgrund des wenigen Platzes in der Zeitung für mich leider nicht allzu viel zu tun &#8211; journalistische Entfaltung sieht jedenfalls anders aus. Ich hoffe also, in den nächsten Wochen vermehrt Eindrücke sammeln zu können, sei es bei Pressekonferenzen, Interviews oder Reportagen. Und bis dahin erscheint vielleicht auch mal eine Kurzmeldung von mir im <em>Kurier</em>.</p>
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		<title>Freiheit?</title>
		<link>http://notes.theflowersaregone.at/2009/06/freiheit/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 22:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer die Freiheit nicht im Blut hat, wer nicht fühlt, was das ist: Freiheit &#8211; der wird sie nie erringen.
Kurt Tucholsky
Dieses Zitat habe ich in meinem Hauptblog unter &#8220;About&#8221; stehen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Tucholsky es selbst gemeint hat, aber natürlich, was ich mir darunter vorstelle. Ich sehe in diesem Ausspruch nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wer die Freiheit nicht im Blut hat, wer nicht fühlt, was das ist: Freiheit &#8211; der wird sie nie erringen.</p></blockquote>
<p><font size="1">Kurt Tucholsky</font></p>
<p>Dieses Zitat habe ich in meinem Hauptblog unter &#8220;About&#8221; stehen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie Tucholsky es selbst gemeint hat, aber natürlich, was ich mir darunter vorstelle. Ich sehe in diesem Ausspruch nicht nur einen Vorwurf an alle Menschen, die eben nicht wissen was es heißt, Freiheit zu fühlen, sondern auch den innersten Drang des Aussprechers nach dieser von ihm gefühlten Freiheit.</p>
<p>Freiheit. Ein großes Wort. Jede Revolution wurde im Namen der Freiheit geführt &#8211; Freiheit für alle von den unterdrückenden Tyrannen. Deutlich wird allerdings, dass die proklamierte Freiheit meist nicht lange hielt. Aus vielen ehemals totalitären Nationen entstanden wiederum Diktaturen, natürlich zum Wohl des Volkes, denn es gibt ja immer einige Wenige, die am besten wissen, was die Mehrheit will. Die ganzen kommunistischen und ehemals kommunistischen Staaten sind hierbei wohl das beste Beispiel, aber auch im Irak und in Afghanistan lässt sich dieses Phänomen heute noch beobachten. Wahrscheinlich war Saddam Hussein wirklich ein grauenhaftes Übel, aber geht es den Menschen unter der amerikanischen Belagerung nun wirklich besser? Diese haben die Situation immerhin nicht wirklich unter Kontrolle, schon längst hätten die Truppen wieder abziehen sollen, doch Bürgerkrieg und Randale verhindern dies. So auch in Afghanistan, wo man Tag für Tag die Taliban jagt, die sich aber weder erwischen lassen, noch sich seit 2001 irgendwie unangenehm bemerkbar gemacht haben. Ein Glück, natürlich, aber kann man das den &#8220;Bringern der Freiheit&#8221; wirklich zuschreiben? Und lassen sich im &#8220;Kampf gegen den Terror&#8221; und damit natürlich auch den für die Freiheit der angeblich Unterdrückten Massenopfer der Kriegsmaschinerie rechtfertigen?</p>
<p>Freiheit bedeutet für mich vor allem eines: Gewaltfreiheit. Pazifismus, wenn man so will, allerdings meine ich nicht bloß das Fehlen von Kriegen oder dergleichen. Gewalt findet auch und gerade in jeder Demokratie tagtäglich statt und das noch dazu monopolisiert in Form des Staates selbst. Es ist nun mal so &#8211; ohne Gewalt kann eine Demokratie, die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit, nicht funktionieren. Menschen lassen sich, wenn es um ihre eigenen Interessen geht, nur selten durch gutes Zureden überzeugen. Zudem es ja so etwas wie ein objektiv richtiges oder gutes Verhalten gar nicht gibt. Alleine was die Wirtschaftspolitik betrifft gibt es unzählige Ansichten, bei denen jeder Einzelne davon überzeugt ist, dass seine die einzig gerechte, glückbringende und ganz allgemein &#8220;beste&#8221; Lösung ist. Irgendwann findet sich dann eben eine Mehrheit und nutzt den Staatsapparat, um den gefundenen Kompromiss auch jenen aufzudrängen, die sich nicht damit abfinden wollen.<br />
Aber ist das wiederum gerecht? Aus Gründen der Pragmatik (oder gar der Selbstüberzeugtheit) Menschen dazu zu zwingen, Verhaltensweisen anzunehmen, die nicht ihren eigenen moralischen Vorstellungen entsprechen?</p>
<p>Ich sehe diese Sache sehr kritisch. Natürlich könnte man einwenden, dass das Gegenteil der Demokratie, nämlich Anarchie, nicht praktikabel ist. &#8220;Jeder macht, was er will, und dann entsteht nur heilloses Chaos&#8221; &#8211; das ist die weitverbreitete Antwort, wenn man jemandem nach dem Wesen der Anarchie fragt. Dabei bedeutet dieses Wort lediglich &#8220;Herrschaftsfreiheit&#8221; und damit natürlich auch Gewaltfreiheit. Und andererseits sind die meisten Menschen, wenn man sie danach fragt, ja auch irgendwie Pazifisten, oder?<br />
Gibt es so etwas wie &#8220;gute Gewalt&#8221;, &#8220;gerechtfertigte Gewalt&#8221; &#8211; kann es so etwas wie ein Konstrukt geben, das sich einerseits die Prävention von Gewalt auf die Fahnen geschrieben hat, andererseits aber genau diese einsetzt, selbst wenn es um Dinge geht, die gar nicht der Verteidigung von Leben, Freiheit und Eigentum dienen?</p>
<p>Wie wäre es, wenn man die Menschen einfach mal ihre Freiheit lässt? Natürlich nicht von einem Tag auf den anderen, daraus entstünde wohl wirklich nur ein unüberschaubares Durcheinander. Aber langsam, Schritt für Schritt, könnte man doch &#8211; im Namen der Freiheit &#8211; die Staatsgewalt vermindern, bis sie auf ein notwendiges Minimum reduziert wurde oder sogar gar nicht mehr vorhanden ist. Ohne bei der nächsten Gelegenheit wieder jemandem das Zepter zu reichen, der davon überzeugt ist, alles besser zu wissen und jedem einzelnen Bürger zu Wohlstand zu verhelfen.<br />
Würden sich die Leute gegenseitig ausrauben, das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren regieren und die Schwachen klanglos untergehen &#8211; so, wie das viele Dystopisten der Anarchie prophezeihen?<br />
Oder würde sich alles, wie das die Gegenseite beschreibt, nach marktwirtschaftlichen und damit auch kooperativen und vertrauensbasierten Grundsätzen hin zum positiven verändern? Immerhin haben wir viele Jahrhunderte hinter uns, in denen die Zivilisation reifen konnte und deren ethische Grundsätze nicht so einfach aus unseren Köpfen verfliegen.</p>
<p>Das größte Problem hierbei sehe ich allerdings nicht in einem egoistischen Menschen (denn Egoismus kann sich auch <a href="http://www.voluntarist.de/altruismus/%23more-230" target="_blank">zum Guten wenden</a>), sondern in seinem Drang nach einer Führungsperson, nach jemandem, der für ihn sorgt und sich um die Dinge kümmert, für deren Erledigung er selbst zu faul ist. Ein starker Mann. Eine starke Hand. Vater Staat. Eine Gewerkschaft.<br />
Eigentlich ein ziemlich kindliches Verhalten, oder? Und doch findet es tagtäglich beim Delegieren von Verantwortung &#8211; mehrheitlich an Politiker &#8211; seine Anwedung. Dagegen ist an sich zwar nichts zu sagen, immerhin ist das Prinzip der Arbeitsteilung ein ökonomisch sehr wertvolles. Nur müssen in einer Demokratie leider auch jene Menschen ihre Eigenverantwortung abgeben, die diese vielleicht lieber behalten hätten. Die selbst wissen, was für sie gut ist und wie sich am besten ihr Leben ausrichten &#8211; ohne dass sie dafür einen womöglich gar unterqualifizierten Volksvertreter benötigen, der für sie gegen Diskriminierung, Armut oder für die eigene Gesundheit kämpft.</p>
<p>Das größte Problem beim modernen Staatsbetrieb sehe ich jedenfalls darin, dass man aus ihm nicht freiwillig austreten kann. Kaum ein bewohnbares Fleckchen der Erde ist noch nicht von einer Staatsmacht besetzt, zudem kämen Probleme der Praktizierbarkeit hinzu, lebte man zum Beispiel alleine in einer Hütte im Wald, abseits der Gemeinschaft: Immerhin will so ein &#8220;Aussteiger&#8221; im nicht herkömmlichen Sinn vielleicht auch arbeiten, ordentliches Essen kaufen oder seine Freunde treffen. Dazu muss er allerdings in der Nähe von Städten und Dörfern leben, und die sowie deren umgebendes Gebiet sind meist fest in der Hand von Verwaltern und Regulierern, die dem Aussteiger somit wieder vorschreiben könnten, was er zu tun und lassen hat &#8211; denn so etwas wie echten Privatbesitz gibt es meines Wissens nach nirgends.</p>
<p>Vielleicht bleibt einem zum Erringen der persönlichen Freiheit womöglich wirklich nur Revolution. Dafür müsste er allerdings Gleichgesinnte treffen, mit denen wiederum ein Plan ausgearbeitet werden müsste, wie dies ohne Gewalt und dabei mit dauerhaftem Resultat möglich ist. Und dass es dabei wiederum an der Realisierbarkeit scheitert, wäre nicht allzu verwunderlich. Da käme nämlich dem freiheitsliebenden Menschen jener in die Quere, der ebenfalls die Freiheit liebt &#8211; aber etwas ganz anderes darunter versteht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Träumerei</title>
		<link>http://notes.theflowersaregone.at/2009/06/traumerei/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 19:33:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Perspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie jeden Abend setzen mein Sohn, meine Frau und ich uns nach dem gemeinsamen Abendessen noch vor den Fernseher. Er darf dann noch &#8220;Spongebob&#8221; schauen, zwei Folgen hintereinander, während meine Frau und ich versuchen, uns weiter über dies und jenes zu unterhalten, was aber meist mit einem genervten &#8220;Sch!&#8221; von unserem Elfjährigen quittiert wird. Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie jeden Abend setzen mein Sohn, meine Frau und ich uns nach dem gemeinsamen Abendessen noch vor den Fernseher. Er darf dann noch &#8220;Spongebob&#8221; schauen, zwei Folgen hintereinander, während meine Frau und ich versuchen, uns weiter über dies und jenes zu unterhalten, was aber meist mit einem genervten &#8220;Sch!&#8221; von unserem Elfjährigen quittiert wird. Wie jeden Abend bringe ich ihn nach der einen Stunde Fernsehen ins Bett und unterhalte mich noch ein wenig mit ihm. Für sein Alter ist er ziemlich aufgeweckt und hinterfragt seine Umwelt schon sehr kritisch &#8211; zumindest glaube ich das, wenn ich ihn zum Beispiel mit seinen Klassenkameraden vergleiche. Aber das ist natürlich nur ein sehr oberflächlicher Vergleich, denn so wie mein Sohn ruhig und mitunter gar geistesabwesend wirken kann, könnte auch unter der Schale anderer Kinder mehr stecken, als man zunächst vermutet.</p>
<p>Vor dem Schlafengehen erzählt er mir jedenfalls zunächst von seinem Tag. Davon, wie sie in der Schule von deutschen Grammatikregeln gelernt haben, die er ziemlich langweilig findet und er Englisch sowieso lieber hat. Und wie der Michael, sein bester Freund, stolz ein neues Handy in der Klasse herumgezeigt hat und mein Sohn das ziemlich langweilig fand, weil ja eh nur die Kamera besser ist. Erstaunlich, über was sich Schüler heutzutage den Kopf zerbrechen, aber dasselbe wird er in zwanzig Jahren wohl auch über die Geschichten seiner Kinder denken.<br />
Nach einigen Berichten über die neue Geografie-Lehrerin und deren zuvor unbekannte Strenge, die sich erst nach und nach offenbart, wird er plötzlich ganz ruhig. Er weiß, dass es Zeit ist, das Licht abzudrehen und schlafen zu gehen, er merkt es wohl an meinem zunehmend ungeduldigeren Verhalten. Nicht, dass mich seine Erzählungen nicht interessieren würden &#8211; im Gegenteil. Es ist für einen Fünfunddreißigjährigen unerwartet spannend, aus dem Leben der eigenen Kinder zu hören. Nicht nur, weil sie eben die Kinder sind, sondern weil man mit einer Welt konfrontiert wird, die man so nicht kennen gelernt hat, und die immer nur aus den Augen eines Kindes der jeweiligen Zeit authentisch und nachvollziehbar erzählt werden kann. Wenn Erwachsene über &#8220;die Jugend&#8221; reden, so ist ihr Denken meist vorurteilsbehaftet oder &#8211; auch wenn sie es gar nicht böse meinen &#8211; eben aus der Sicht eines Außenstehenden formuliert, der sich normalerweise auf alte und nicht mehr zeitgemäße Werte sowie Vorstellungen bezieht. Das kann man den entsprechenden Personen gar nicht so übel nehmen, sie können schließlich nicht immer etwas dafür. Männern fällt es schließlich auch nach Tausenden Jahren der Kommunikation mit Frauen schwer, ihre Geschlechtsantagonisten zu verstehen. Aber gerade deswegen ist der direkte Dialog mit Kindern (und natürlich auch Frauen) so wichtig. Zuhören statt überstürzter Gedankenäußerungen &#8211; davon bräuchte es mit Sicherheit mehr.</p>
<p>Wie auch immer. Er hat also offenbar noch etwas auf dem Herzen, das verrät mir sein Blick. Auch eine Erkenntnis, die erst nach vielen Gesprächen deutlich wurde und die ich inzwischen als zuverlässig bezeichnen würde.<br />
&#8220;Du, Papa&#8230;&#8221;, fängt mein Sohn an und schaut mir dabei entschlossen in die Augen, dass es mir fast schon Angst macht.<br />
&#8220;Ja? Willst du mir noch etwas sagen?&#8221;<br />
&#8220;Naja&#8230; weißt du&#8230; also, gibt es so etwas wie Schlafphobie?&#8221;<br />
&#8220;Schlafphobie?&#8221;, frage ich und kann mir dabei ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Er nimmt es mir offenbar übel &#8211; verständlich.<br />
&#8220;Ja, Schlafphobie. Keine Ahnung, ob man das so nennt, ist ja auch egal. Weißt du nicht, was ich meine?&#8221;<br />
&#8220;Doch, doch. Du meinst Angst vor dem Schlafen. Hm, ich weiß nicht. Da müsste man einen Psychologen fragen, aber vermutlich schon. Wieso, plagt dich das etwa?&#8221;<br />
Meine Stimme kann eine gewisse Unernsthaftigkeit nicht verbergen.<br />
&#8220;Ich weiß nicht&#8230; vielleicht. Jedenfalls fühle ich mich in meinem Bett nicht besonders wohl, wenn ich daran denke, dass ich gleich einschlafen werde. Oder einschlafen muss. Das hat nichts mit dem dunklen Zimmer zu tun, ich bin ja auch kein Baby mehr. Aber irgendwie&#8230; stört es mich. Dass ich schlafen muss.&#8221;<br />
&#8220;Hm&#8221;, murmle ich, und denke nach. &#8220;Und was ist, wenn du vorm Einschlafen einfach an was Schönes denkst? Dich auf einen tollen Traum vorbereitest? Das ist doch etwas Schönes, finde ich.&#8221;<br />
&#8220;Ich weiß nicht. Ich meine ja eigentlich das Träumen. Sicher gibt&#8217;s auch tolle Träume, aber egal ob schön oder nicht, man ist in all ihnen dem Träumen selbst ausgeliefert. Egal, wie auch immer&#8230;&#8221;<br />
&#8220;Nein, rede weiter. Das klingt ziemlich interessant.&#8221;<br />
Meine Neugier ist ehrlich geweckt.<br />
&#8220;Also, was ich meine ist doch offensichtlich. Wenn ich träume, erlebe ich die verrücktesten Sachen. Das ist schon cool, aber ich kann sie nicht beeinflussen. Und manchmal passieren dann ganz grässliche Dinge und auch die kann ich natürlich nicht abwenden. Das macht mir einfach Angst. Diese Ohnmacht.&#8221;</p>
<p>Ich verstehe, was er meint, aber ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Ich habe schon mal von so einer Krankheit gehört, die manche Menschen wirklich plagt, sie nicht einschlafen, sie Tage und Nächte hindurch wach bleiben lässt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass mein Sohn wirklich darunter leidet. Immerhin schläft er nach spätestens einer halben Stunde immer wie ein Stein, wenn ich leise sein Zimmer betrete um mich davon zu vergewissern. So schlimm kann es um ihn also nicht bestellt sein &#8211; aber natürlich nehme ich sein Anliegen ernst.</p>
<p>&#8220;Weißt du&#8221;, sage ich zu ihm, &#8220;ich hatte so etwas auch einmal. Mir hat dabei etwas geholfen, das ich &#8216;das Denken ausschalten&#8217; nenne. Nein, ich will nicht, dass du gar nicht mehr nachdenkst, aber zumindest vor dem Schlafengehen hilft das. Einfach nur die Decke anzustarren und an nichts denken als das graue Weiß, das dir da entgegenstarrt. Irgendwann bist du dann sowieso müde und schläfst ein, ohne viel davon mitzubekommen. Willst du das vielleicht mal probieren?&#8221;<br />
Habe ich gerade zum ersten Mal meinen Sohn angelogen? Oder steckt da doch etwas dahinter? Die Antwort kam spontan und ohne dass ich viel darüber nachgedacht hätte. Irgendwas muss ich ihm ja sagen, ihn irgendwie aufbauen. Das ist meine Aufgabe als Vater. Und manchmal geht es eben nicht ohne Lügen, oder eigentlich Schwindel, wie ich es eher bezeichnen würde. Notschwindel, sozusagen.<br />
Ich gebe mich damit erstmal zufrieden und mein Sohn sich offenbar auch. Er murmelt, sichtlich ermüdet, nur noch so etwas wie &#8220;Ist gut, mach ich, Papa&#8221; und es folgt unser Gute-Nacht-Kuss-Ritual. Dabei nehme ich seinen Kopf in die Hände und küsse ihn auf die Stirn und er tut dann das gleiche bei mir. Das mag für Außenstehende komisch anmuten, aber es hat sich zwischen uns etabliert und drückt irgendwie so etwas wie eine Gleichwertigkeit aus, die die sonst stattfindende Überlegenheit des Vaters über seine Kinder negiert. Das gefällt mir und ihn offenbar auch, also bleibt es auch weiterhin dabei. Es sieht uns ja ohnehin niemand.</p>
<p>Kurz danach gehe ich noch in die Küche und mache mir einen kleinen Snack. Eigentlich sollte ich früh schlafen gehen, denn morgen habe ich zeitig eine wichtige Präsentation vor sämtlichen Mitarbeitern. Auch meine Frau ist schon im Bett, sie liest allerdings noch, wie sie das fast jeden Abend macht. Wir sind in den letzten Jahren ein wenig gemütlich geworden, was sicher auch damit zu tun hat, dass wir nach der Kleinkindphase unseres Sohns genug von Aufregung und Abwechslung haben. Jetzt ist eine Zeit der Ruhe und Gelassenheit eingetreten, die mit der kommenden Pubertät unseres Sprösslings sowieso wieder durcheinander geworfen wird. Da kann man das bisschen Entspannung ruhig genießen.<br />
Aber irgendwie habe ich jetzt keine Lust mehr auf das Schlafengehen. Nachdem ich mein Brot und den Rest vom Nudelsalat gegessen habe, setze ich mich aufs Sofa und sehe fern. Meine Frau kommt ins Zimmer und fragt mich, wieso ich denn nicht auch ins Bett komme und ich erwidere nur, dass ich noch nicht müde sei. Sie nimmt das hin und geht wieder zurück ins Schlafzimmer. Ich hingegen mache mich auf der Couch breit und zappe durch die Kanäle. Nichts Spannendes, nur ein paar langweilige Hauptabendfilme in der dritten Wiederholung. Ich greife zu der Chipstüte, die auf dem Beistelltisch steht und gewissenhaft nur sporadisch angerührt wird. Jetzt jedoch packt mich ein Heißhunger auf die Kartoffelscheiben und ich esse sie alle auf. Anschließend hole ich mir aus der Küche Orangensaft und trinke ihn in großen Schlücken.<br />
Was nun? Ich bin immer noch nicht müde, doch Langeweile stellt sich ein. Lesen? Nein, das freut mich nun auch nicht. Eine DVD ansehen? Schon besser, aber was? &#8220;Last Days&#8221; kommt mir da in den Sinn, ein Film von Gus van Sant über die letzten Tage einer Persönlichkeit, die nicht nur zufällig frappierende Ähnlichkeiten mit Kurt Cobain besitzt. Da mich der Film interessiert und ich ohnehin nichts Besseres zu tun habe, gebe ich mich ihm für neunzig Minuten hin.</p>
<p>Danach bin ich zwar um einige filmische Erfahrungen schlauer, aber immer noch nicht müde. Ich werfe einen Blick ins Schlafzimmer und sehe, dass meine Frau bei brennendem Licht eingeschlafen ist, das Buch in der rechten Hand. Ich beschließe, dass es wohl das Vernünftigste wäre, mich einfach zu ihr zu legen und die Sache mit den Schlafen doch noch zu probieren. Immerhin steht mir morgen ein langer Tag bevor und müde bin ich dann sowieso, egal wie wenig ich es jetzt bin.<br />
Im Bett und dunklen Zimmer liegend denke ich über die Worte meines Sohns nach. Schlafphobie. Irgendwie kam mir diese Bezeichnung so bekannt vor, auch wenn ich das in dem Moment noch nicht begriff. Ich habe bestimmt schon von Schlafstörungen wie Insomnie gehört, wo die Betreffenden einfach nicht einschlafen können. Aber nicht, weil sie <em>Angst</em> davor haben, sondern weil ihr Körper es ihnen einfach nicht ermöglicht. Aus unerfindlichen Gründen will er wach bleiben, obwohl das auf Dauer nicht gesund sein kann. Aber diese Sache mit den Träumen ist eigentlich was ganz anderes und dabei viel interessanter. Angst vor Träumen, vor dem Träumen? Irgendwie ist das schon nachvollziehbar. Wenn man nicht gerade das Glück hat und einen luziden Traum erwischt oder gar die Fähigkeit besitzt, immer seine Träume kontrollieren und steuern zu können, ist man diesen hilflos ausgesetzt &#8211; und das eine ganze Nacht lang. Natürlich hatte auch ich schon genügend Albträume und weiß von den daraus folgenden verwirrenden Sekunden nach dem Aufwachen. Aber dass auch ein normaler Traum mir normalerweise nicht die Gelegenheit bietet, mich darin in irgendeiner Form selbst zu entfalten, ist auch eine Sache für sich. Erschreckend eigentlich, und doch leben wir Nacht für Nacht damit, ohne uns groß daran zu stören. Irgendwann wachen wir ohnehin wieder auf und dann ist der ganze Schrecken für immer vorbei. Oder zumindest bis zur nächsten Nacht.</p>
<p>Wie ich da so liege, werde ich fast schon selbst paranoid. Jetzt einschlafen? Die Müdigkeit macht sich langsam in mir breit, aber es gibt doch noch so viel, worüber ich nachdenken könnte. Über den Film, über die Präsentation morgen und natürlich die Traum-Geschichte. Ja, gerade die bereitet mir nun Kopfzerbrechen. Nein, ich mache mich nicht selbst verrückt. Wozu auch &#8211; die unzähligen Nächte zuvor habe ich genauso gut geschlafen, daran wird sich wohl nichts ändern. Aber Einschlafprobleme, so wie jetzt, hatte ich noch nie. Und so viel über das Schlafen und Träumen selbst habe ich auch noch nie nachgedacht.<br />
Komisch. Wenn ich nicht mit meinem Sohn darüber geredet hätte, wäre ich jetzt vielleicht schon im Land der Träume. Und damit meinem Unterbewusstsein hilflos ausgeliefert.</p>
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		<title>Zusatz</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 00:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt gibt es auch noch eine &#8220;Über mich&#8220;-Seite mit einer &#8211; zugegebenermaßen etwas verkürzten &#8211; Beschreibung meiner Selbst. Ein umfassendes Bild bekommt man wohl nur, wenn man alle meine Netzaktivitäten verfolgt und mich noch dazu persönlich kennt, aber so etwas muss übers Internet auch nicht unbedingt verbreitet werden. Ich schätze den physischen Kontakt nach vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt gibt es auch noch eine &#8220;<a href="http://notes.theflowersaregone.at/uber-mich/">Über mich</a>&#8220;-Seite mit einer &#8211; zugegebenermaßen etwas verkürzten &#8211; Beschreibung meiner Selbst. Ein umfassendes Bild bekommt man wohl nur, wenn man alle meine <a href="http://notes.theflowersaregone.at/netzwerk/">Netzaktivitäten</a> verfolgt und mich noch dazu persönlich kennt, aber so etwas muss übers Internet auch nicht unbedingt verbreitet werden. Ich schätze den physischen Kontakt nach vielen Jahren der Virtualität mittlerweile sehr.</p>
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		<title>Ein Kurzfilm</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 23:39:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich würde gerne einen Film drehen. Einen Kurzfilm, nichts Besonderes, ein paar Impressionen aus meiner Heimatstadt. Ich stelle mir das so vor:
Ich gehe mit meiner Kamera in der Hand durch die Straßen. Ich sehe Autos, sie fahren vorbei und ich halte ihr Fahren fest und stelle mir vor, wie ich anschließend einen Zeitlupeneffekt in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich würde gerne einen Film drehen. Einen Kurzfilm, nichts Besonderes, ein paar Impressionen aus meiner Heimatstadt. Ich stelle mir das so vor:</p>
<p>Ich gehe mit meiner Kamera in der Hand durch die Straßen. Ich sehe Autos, sie fahren vorbei und ich halte ihr Fahren fest und stelle mir vor, wie ich anschließend einen Zeitlupeneffekt in die Aufnahme einbaue.<br />
Ich blicke in den Himmel, und meine Kamera mit mir. Sie hält den Flug eines Vogels fest und es sieht so aus, als würde er jeden Moment mit dem Flugzeug, das dort ebenfalls fliegt, zusammenstoßen. Aber das ist natürlich total unrealistisch, obwohl es wirklich so aussieht, als würde ein gigantischer Spatz kurz davor sein, eine Luftmaschine zum Absturz zu bringen, wenn man den Schnitt richtig setzt.<br />
Im Park sitzen Leute. Sie reden miteinander und ich beobachte sie dabei heimlich. Sie sehen nicht, wie ich ganz nah an sie heranzoome und ihre Mundbewegungen aufnehme. Ich kann natürlich nicht hören, was sie reden, und am Video wird man nur das Umgebungsrauschen hören. Aber das macht es umso interessanter &#8211; vielleicht lässt das heftige Gestikulieren erahnen, worüber sie sich unterhalten?</p>
<p>Dann bin ich am Fluss, oder besser: Auf der Brücke über dem Fluss. Ich packe mein Stativ aus und filme lange, sehr lange die ruhigen Bewegungen der Wellen, die großen und kleinen Schiffe, die unregelmäßig die Brücke passieren und auch die Leute, die auf den Wiesen neben dem Fluss in der Sonne liegen, nahe des Ufers baden oder ihre Drachen steigen lassen. Es ist windig, deswegen kann das Mikrofon nur ein störendes Rauschen aufnehmen. Später werde ich es wegschneiden und durch etwas Passenderes ersetzen, vielleicht eine leise Flötenmelodie oder Klavierspiel.</p>
<p>Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein Wald, in ihm ist es ist leise und die Stille wird nur durch die ab und zu erfolgenden Schreie eines Kuckucks durchbrochen. Die Blätter, die nur wenig Sonne durchlassen, bieten ein erstaunliches Spiel von Licht und Schatten, das ich natürlich &#8211; mit dem Objektiv nach oben gerichtet &#8211; aufnehme. Es ist so ruhig hier, ich könnte einschlafen, aber das gäbe einen sehr langweilige Film. Ein anderes Mal muss ich wieder hierher kommen, nur um mich der Natur vollends hinzugeben.<br />
Als ich den Wald verlasse, steht ich an einem kleinen See. Ein Auslauf des Flusses mündet hier und macht ihn, bewacht von hohen Bäumen und einsamen, weiten Wiesen, zu einer Oase der Ruhe. Mein Stativ kommt auch hier wieder zum Einsatz und filmt mit langsamen Schwenks die rauschenden Blätter und die wenigen Enten, die gemächlich über das Wasser gleiten. Der Abend bricht langsam hinein und ich hoffe, dass meine Kamera für Aufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen gut genug ist. Noch ist alles deutlich zu erkennen und auch das Rauschen hält sich in Grenzen.<br />
Schließlich verlasse ich den See und den Wald wieder und wende mich den gepflasterten Wegen zu, die ihn umringen. Dort ist nicht viel los, eine kleine Siedlung aus Einfamilienhäusern erstreckt sich neben dem großen Fluss. Ich mache einige kurze Aufnahmen von vorbeigehenden Menschen, manche wundern sich über meine Filmerei, andere scheinen sie gar nicht zu bemerken. Die Sonne ist mittlerweile schon fast untergegangen und ich fange das Abendrot des Himmels ein, wie er sich über das bis in die Nachbarstadt reichende Wasser erstreckt. Ein enormes Hochhaus gibt der Szenerie einen Anhaltspunkt und ich werde später im Zeitraffer die Sonne untergehen sehen, bis sie ganz verschwunden ist und das Dunkel der Nacht freigibt.</p>
<p>All das würde ich aufnehmen, wenn ich eine Kamera hätte. Doch so bleiben die Bilder in meinem Kopf und der fertige Film ein Produkt meiner Vorstellung.</p>
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		<title>Personifikation eines Despoten</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 13:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich liege im Bett und der Schlaf hält mich fest umschlungen. Nachdem er mich am Vorabend niedergestreckt hat, nach langem Kampf mit meinen Augenlieder, die letztendlich doch nachgeben musst, hält er mich auch jetzt noch, viele Stunden und viele Reisen später, mit eisener Hand fest.
Ich möchte nicht behaupten, dass am Schlaf nur Schlechtes ist. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liege im Bett und der Schlaf hält mich fest umschlungen. Nachdem er mich am Vorabend niedergestreckt hat, nach langem Kampf mit meinen Augenlieder, die letztendlich doch nachgeben musst, hält er mich auch jetzt noch, viele Stunden und viele Reisen später, mit eisener Hand fest.<br />
Ich möchte nicht behaupten, dass am Schlaf nur Schlechtes ist. Er erfrischt mich, gibt meinem Körper Gelegenheit zur Regeneration. Aber als Ausgleich will er dafür etwas umso Kostbareres: nämlich meine Zeit. Und hier ist der Schlaf besonders gierig, denn er will sehr, sehr viel Zeit von mir.</p>
<p>Es lässt sich auch nicht sagen, dass es ein sonderlich faires Geschäft ist. Weder kann ich die Konditionen beeinflussen, noch ist das Ergebnis des Zeit-Regenerations-Handels immer befriedigend. Oft bin ich nach vielen Stunden Schlaf nämlich immer noch müde und erledigt und es benötigt vieler Überwindung (und Zeit!), davon loszukommen.</p>
<p>Ich glaube, dass sich der Schlaf durchaus bewusst ist, welch unfaires Spiel er hier treibt. Womöglich ist es eine Art Rache für die Maßnahmen, die wir uns haben einfallen lassen, um ihn zu manipulieren, ihn auszutricksen. Schlaftabletten, Energy Drinks, Koffein. Nicht, dass sich der Schlaf nicht dennoch holen würde, was ihm zusteht. Nur bekommt er es nicht zum von ihm gewünschten Zeitpunkt. Und nimmt es sich dafür dann umso gnadenloser.</p>
<p>Mein Exkurs über den Schlaf als hinterhältigen Zeitdieb ist hiermit noch nicht zu Ende. Aber ich muss jetzt erstmal Schluss machen &#8211; ich bin nämlich sehr müde&#8230; </p>
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		<title>Befreiung</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 01:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschriebenes]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin wirklich froh, jetzt diesen Blog zu haben. Nun habe ich die Möglichkeit, all das, was schemenhaft oder auch vollständig ausformuliert in meinem Kopf herumschwirrt, textuell festzuhalten.
Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass das doch schon vorher möglich war &#8211; immerhin ist ans Verfassen eines Textes kein Veröffentlichungszwang gebunden. Das ist für sich sicher richtig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin wirklich froh, jetzt diesen Blog zu haben. Nun habe ich die Möglichkeit, all das, was schemenhaft oder auch vollständig ausformuliert in meinem Kopf herumschwirrt, textuell festzuhalten.</p>
<p>Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass das doch schon vorher möglich war &#8211; immerhin ist ans Verfassen eines Textes kein Veröffentlichungszwang gebunden. Das ist für sich sicher richtig, aber wenn ich etwas niederschreibe und gleichzeitig verschlossen halte, niemals publiziere, dann hat das für mich eine Art von Sinnlosigkeit, Verschwendung. Das hat nichts damit zu tun, dass ich meine geistigen Ergüsse für derart wertvoll halte, dass sie unbedingt in die Welt getragen werden müssen. Auch wenn diesen Blog nur drei, vier, fünf Leute lesen, hat es seine Wirkung schon erreicht. Denn die liegt vor allem (neben der Anregung zur Diskussion) darin, meine Gedanken in den großen Kosmos der Meinungspluralität hinauszutragen und am Markt der Ideen teilzuhaben. Das stellt für mich eine Form der Befriedigung dar, dem geschriebenen Text gegenüber und natürlich mir selbst.</p>
<p>Trotzdem gibt es Texte, Gedichte oder Gedankengänge, die unter Verschluss bleiben. Wieso? Nun, entweder weil sie <em>zu</em> persönlich sind, oder aber unfertig und vielleicht auch unreif. Letztere kann ich überarbeiten, erstere sind gut so, wie sie sind, aber dennoch &#8220;geheim&#8221;. Das mag meiner eben erfolgten Erläuterung widersprechen, doch denke ich, dass sich hier gut eine Trennung vollziehen lässt: Zwischen persönlichen und subjektiven, aber dennoch öffnungskompatiblen Gedanken, und sehr eng an meine Persönlichkeit gebundene und demnach nicht für die Öffentlichkeit geeignete Ergebnisse des Nachdenkens. Erstere müssten ebenfalls nicht unbedingt publiziert werden, doch wie gesagt verhilft mir dies zu einem angenehmeren Gefühl. Bei letzteren wäre es umgekehrt, deren Veröffentlichung käme einem Seelen-Striptease gleich, und vor Fremden ausgezogen habe ich mich noch nie gerne. Dafür helfen sie, schwierige und mir zu schaffen machende Gefühle zu verarbeiten, festzuhalten, auf Papier zu speichern, um vielleicht eines Tages darüber nachdenken zu können. Das geht auch ganz gut, ohne dass Andere von diesen Dingen wissen.</p>
<p>Aber wer weiß, vielleicht ist auch einmal die Zeit reif, die persönlichkeitsnahen Texte in die Welt zu schicken? Das kommt auch immer ganz auf meinen Lebensstatus an.</p>
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		<title>Richtungslose Gedanken (1)</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 01:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal denke ich an die Zeit, als ich noch jünger und ohne Sorge war. (Zumindest kommt mir Letzteres jetzt so vor.) Die Zeit, als ich noch nie richtig verliebt war, als ich weder zu Hause, noch in der Schule Probleme hatte, als meine Schwestern keine durchtriebenen Pubertäts-Gören waren und wir uns richtig gut verstanden, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal denke ich an die Zeit, als ich noch jünger und ohne Sorge war. (Zumindest kommt mir Letzteres jetzt so vor.) Die Zeit, als ich noch nie richtig verliebt war, als ich weder zu Hause, noch in der Schule Probleme hatte, als meine Schwestern keine durchtriebenen Pubertäts-Gören waren und wir uns richtig gut verstanden, als ich Videospiele nur zum Spaß spielte und nicht, um irgendwelche bedeutungslosen Punkte zu erreichen, als ich Bücher las, einfach, weil sie mir gefallen haben, als ich öffentlich herumblödeln, spielen und schreien konnte, ohne mich schämen zu müssen.<br />
Und manchmal vermisse ich diese Zeit, trotz all ihrer einschränkenden Nachteile und trotz aller schönen Erinnerungen, die zwischen Damals und Heute liegen und die ich auch im Moment sammle.</p>
<p>Es ist auch nicht so, dass diese Dinge alle gar nicht mehr zuträfen &#8211; allerdings nicht in dem Ausmaß, wie das früher der Fall war. Ja &#8211; früher gab es eine derartig maßvolle Einschränkung, ausgehend von der eigenen Persönlichkeit (und nicht von anderen) gar nicht.</p>
<p>Manchmal würde ich sagen, ich bin ein Vergangenheitsbetrauernder.</p>
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