Was ist das?
Als vor einigen Jahren – ich weiß gar nicht mehr, wie viele es waren – das Bloggen populär wurde, nahm ich es mir nicht, auch an diesem heute umso mehr zum Massenphänomen gewordenen Trend teilzunehmen. Ich meldete also einen Blog bei myblog.de an und schrieb darauf los – über das, wofür Weblogs, die Webtagebücher, ursprünglich gedacht waren: persönliche Eindrücke, Erlebnisse, Meinungen.
Nach einiger Zeit, es war mehr als ein Jahr, merkte ich, dass diese rein persönlichkeitsbezogenen Texte nicht sonderlich zufriedenstellend waren. Einerseits empfand ich mein Leben als recht unaufregend und unspannend, andererseits wollte ich im Internet auch nicht unbedingt zu viel von mir preisgeben. Einerseits war ich dadurch zur schreiberischen Tätigkeit motiviert, andererseits herrschte auch ein gewisser Zwang – getrieben durch Freunde und Bekannte, die ebenfalls bloggten – zumindest jeden zweiten Tag ein “Update” des eigenen Lebens online zu stellen.
Schnell kam ich auf den Geschmack einer guten Mischung zwischen persönlichen Eindrücken (also nicht mehr reine Tagesnacherzählungen) und gesellschafts- und politikbezogenen Beiträgen, also solche, die auch für die breite Allgemeinheit relevant sind. Ich eröffnete einen Blog bei Wordpress und fütterte ihn mit ebenjenem Content – bis die politischen Themen irgendwann die Oberhand gewannen und nun, auf meiner mittlerweile vierten Bloginstallation, fast ausschließlich zu finden sind.
Doch seit ich auf der Universität eine Vorlesung über Weblogs und deren möglichen literarischen Gehalt gehört habe, lässt mich die Idee eines wiederum auf meine Person bezogenen Blogs nicht los. Es klingt banal, aber allein das war der Anstoß, diesen Blog hier zu eröffnen und darauf los zu schreiben. Dabei war mir jedoch von Anfang an klar, dass es weder Nacherzählungen irgendwelcher Geschehnisse (und wenn, dass nur im begrenzten Rahmen), noch stark auf meine Person fokussierte Einträge werden sollen.
Eher geht es um allgemeine Gedanken, die jeder von uns haben könnte, aber nun mal von mir gedacht und formuliert wurden. Es geht um Lebenserfahrungen, die vielleicht nur mir, womöglich aber auch anderen Leuten zustoßen; um Sinneseindrücke aus der Außenwelt, die sich durch meine Gehirnwindungen gearbeitet und über meine Finger die Innenwelt wieder verlassen haben.
Heraus kommen hoffentlich nicht nur subjektive Gedankenschnipsel, sondern auch Impulse zum Weiterdenken, geistige Anregungen oder auch einfach nur nett zu lesende Texte. Wahrscheinlich werde ich es mir auch nicht nehmen lassen, auf bereits vorhandene Erzeugnisse (Zitate, Meinungen, Liedtexte etc.) einzugehen und meine Ideen dazu zu publizieren.
Kurzum: Ich bin thematisch wieder dort angekommen, wo ich am Anfang stand, dann aber doch anders. Das heißt natürlich nicht, dass mein Politblog Geschichte ist – im Gegenteil. Das hier ist sogar fast nur ein Seitenprojekt, was nicht bedeuten muss, dass die Beiträge seltener oder kürzer werden. Es ist eher eine publizitisch logische Ergänzung – und dabei, keine Sorge, nicht immer so hochgestochen wie das hier. :)



